ST wie Supertest

182 PS und bis zu 290 Nm machen die­sen Fies­ta zu einem kna­cki­gen Sport­ler. Und das Fahr­werk scho­nungs­lo­ser als eine Klatsch­tan­te.

Nach den ersten Metern mit dem Ford Fiesta ST ist klar, er muss in die friulanischen Hügel. Dorthin, wo die Straßen eng und kurvig sind, dorthin, wo wir jedes Jahr die besten Sportwagen oder Cabrios — Supertest kann man das nennen — ausführen, dorthin, wo mit einer köstlichen Pasta der Abend ausklingt.
Ford Fiesta ST: Ein Frontkratzer-Sportler, knochenhart, ehrlich, direkt, kompromisslos – und leistbar.

Die Anrei­se ist hef­tig, aber kurz­wei­lig. An Schlaf ist auf dem Bei­fah­rer­sitz nicht zu den­ken. Das Fahr­werk ist so kom­pro­miss­los ehr­lich, dass es jede klei­ne Ril­le wei­ter­erzählt. Was hin­term Lenk­rad der pure Genuss ist, lässt die Hol­de aber auch nach dem Nacht­dienst kein Auge zuma­chen.

So sieht sie wenigs­tens den Pan­da, der sich mit uns auf der Süd­au­to­bahn anlegt und mit sehr viel Schwung, fast nur mehr auf drei Rädern, die Kur­ven über den Sem­me­ring inha­liert.

Mit dem ST in den friulanischen Hügeln ist eindeutig der Weg das Ziel.

Der Fies­ta ST pickt bei glei­cher Geschwin­dig­keit regel­recht auf der Stra­ße, ist fern­ab des Grenz­be­reichs. Erst auf den engen Berg­stra­ßen des Fri­aul, mit aus­ge­schal­te­tem ESP schaf­fen wir es, ihn ins Rut­schen zu brin­gen.

Hart anbrem­sen, bis weit in die Kur­ve hin­ein, und sobald es geht, gleich wie­der voll aufs Gas — dann bricht er herr­lich kon­trol­lier­bar mit dem Heck aus. Was für ein Genuss.

Kompromisslosigkeit bei Lenkung und Fahrwerk.

Die elek­tro­ni­sche Dif­fe­ren­zi­al­sper­re hilft bei der Kur­ven­hatz, auch wenn die ande­ren Assis­ten­ten im Koma lie­gen. Wie das ESP, das auch in Extrem­si­tua­tio­nen nicht unge­fragt ein­greift.

Die Kom­pro­miss­lo­sig­keit bei Len­kung und Fahr­werk macht den Fies­ta ST zum sport­lichs­ten Klei­nen, der zur­zeit für Geld zu haben ist. Die Reca­ros bie­ten per­fek­ten Halt, der Motor ist ein Gedicht.

Natürlich wird man den Fiesta ST auf der Autobahn auch oft von hinten sehen, aber sein Revier sind die Bergstraßen der Umgebung.

Laut ist die­ser übri­gens nur innen. Sein ker­ni­ges Röh­ren wird über ein Rohr in den Innen­raum gelei­tet, und man hört jeder­zeit, dass man in einem ech­ten Sport­wa­gen sitzt. Drau­ßen aber, da hört man kaum mehr als bei jedem ande­ren Fies­ta. Ein­fach und geni­al.

Dieser Ford ist ein Fiesta.

 


Die­ser Arti­kel erschien am 09. August 2013 in der Tages­zei­tung der Stan­dard und am 11. August 2013 auf derStandard.at/Automobil.


Fotos: Gluschitsch>/small>