Glu’sches Auto-Best of 2014: Jaguar F-Type, BMW i8, Aston Martin N430

Mein Bei­trag zum durch und durch sub­jek­ti­ven Ran­king aus der derStandard.at-Autoredaktion.

Kollege Völker hat eine gute Wahl getroffen. Das muss man schon zugeben. Der 911 Targa etwa war auch bei mir unter den Top Ten, weil es mit ihm das erste Mal klappte. Nein, nicht, was Sie jetzt denken — das Spaßhaben mit einem 911. Als Targa hat sich mir der 911 das erste Mal erschlossen. Aber dem Jaguar F-Type muss er sich doch geschlagen geben.

Der Eng­län­der mag nicht ganz so per­fekt sein wie der Deut­sche, aber er ist noch emo­tio­na­ler, exo­ti­scher, schö­ner, extra­va­gan­ter, und es macht so unend­lich viel Spaß, ihn zu fah­ren — egal ob man mit der Kat­ze durch die Häu­ser­schluch­ten der Stadt streunt oder ob sie auf der Rund­stre­cke die Kral­len aus­fährt, dass es einem die Schnurr­haa­re auf­stellt. Dau­ernd ver­sucht man im F-Type das Lächeln zu unter­drü­cken, damit man ja rich­tig kuhl aus­sieht, falls wer her­schaut. Und bei dem Wagen schaut immer jemand.

Der Hyun­dai ix35 FCEV, er stand nicht nur bei mir ganz oben auf der Favo­ri­ten­lis­te. Weil der Brenn­stoff­zel­len-SUV wie der wahr gewor­de­ne Traum der E-Mobi­li­tät ist. Reich­wei­te, Laut­lo­sig­keit und Dreh­mo­ment tref­fen in einem SUV auf­ein­an­der und mischen sich zu einem unauf­fäl­li­gen, aber stim­mi­gen Gan­zen. Aber in der Kate­go­rie alter­na­ti­ve Antrie­be geht der Pokal dann doch nach Bay­ern. BMW hat mit dem i8 einen Hybrid-GT auf die schma­len Räder gestellt, der röhrt wie ein Sport­wa­gen oder laut­los und emis­si­ons­los fährt — wenn man ihn lässt und der Weg nicht all­zu weit ist. Per­fek­tes Design, muti­ges Kon­zept und kom­plett abge­ho­be­ner Preis. Das gehört doch irgend­wie geehrt, oder?

In der Kate­go­rie der Klein­wa­gen kommt der Polo nur in der Moto­ri­sie­rung, mit der Herr Ogier fährt, aufs per­sön­li­che Podes­terl, Twin­go und Smart aber ste­hen schon wei­ter oben. Ich habe mich den­noch ent­schie­den, die­se Kate­go­rie aus­zu­las­sen und mich statt­des­sen noch ein­mal an den Aston Mar­tin V8 Van­ta­ge N430 zu erin­nern. Obwohl Aston Mar­tin sogar einen Klein­wa­gen im Port­fo­lio hat — den­ken wir an den Toyo­ta Aygo, den Aston Mar­tin für sich adap­tiert hat.

Der N430 hat sich eine ganz beson­de­re Ker­be in mein Auto­fah­rer­herz geschla­gen. Weil der Bri­te etwas kann, was der Por­sche 918 Hybrid zum Bei­spiel nicht kann — die Spreu vom Wei­zen zu tren­nen. Der N430 lässt dich wis­sen, dass er eine kun­di­ge Hand braucht, wenn er schnell sein soll. Den 918 kann jeder schnell fah­ren. Einen N430 lehnt ein Über­mü­ti­ger nur all­zu schnell gegen den Baum. Und das spürt man. Und das ver­langt nach Kon­zen­tra­ti­on. Und das wie­der­um begeis­tert. Mehr als jede öde James-Bond-Asso­zia­ti­on.


Die­ser Arti­kel erschien am 09. Jän­ner 2015 in der Tages­zei­tung der Stan­dard und am 09. Jän­ner 2015 auf derStandard.at/Automobil.


Link: Jaguar, BMW, Aston Martin, Foto (1): Christian Houdek