Der Lexus RC F kommt

Der Lexus RC F ist gna­den­los. Mit V8 und 477 PS. Und doch so ver­spielt.

Nanu, denkt man, wenn man den RC F anreißt. Da hört man mehr als nur ein Bling, das ein grün leuchtendes Ready am Armaturenbrett begleitet. Hier röhrt ein fünf Liter großer V8. Nix Hybrid. Nix Etepetete. Nix Downsizing. Rotziges Manga. Schonungslos, mit 477 PS und 530 Newtonmeter. 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Höchstgeschwindigkeit 270 km/h.

Der Hund liegt im Detail. Der Lexus RC F ist vol­ler Elek­tro­nik – auch wenn man die Assis­tenz­sys­te­me gänz­lich aus­schal­ten kann. Trotz­dem bleibt der Ein­druck, ein Play­sta­ti­on-Auto habe es in die Serie geschafft. Der Moto­ren­klang etwa ist röh­rend schön – kommt aber zum Teil aus den Laut­spre­chern.

In der Liga des BMW M3

Fährt man den RC F wie ein All­tags­au­to, dann fährt er sich auch wie ein All­tags­au­to. Er ist schon fast kom­for­ta­bel, dezent und lei­se. Aber wehe, man schal­tet auf “Sport S+”-Modus, dann folgt jeder Berüh­rung des Gas­pe­dals ein Schlag in den Rücken. Der Motor dröhnt und faucht so laut, als wür­de er auf dem Bei­fah­rer­platz sit­zen, und das Fahr­werk wird mit einem Mal här­ter als in einem rei­nen Renn­wa­gen.

Dazu gibt es aber Kof­fer­raum, Lang­stre­cken­kom­fort und sogar erstaun­lich viel Platz in der zwei­ten Rei­he. Er spielt also gekonnt in der Liga des BMW M3. Auch beim Preis: Um 98.900 erhält man einen RC F Base, den RC F mit Alcant­a­ra-Sit­zen, dem beheiz­ba­ren Lenk­rad und der 835 Watt star­ken Mark-Levin­son-Anla­ge mit 17 Laut­spre­chern für den rich­tig fet­ten Motor­sound bekommt man um 113.900 Euro.


Die­ser Arti­kel erschien am 06. Febru­ar 2015 in der Tages­zei­tung der Stan­dard und am 06. Febru­ar 2015 auf derStandard.at/Automobil.


Fotos: Lexus