Der Kleine für zehn Scheine

Der neue Renault Twin­go ist innen grö­ßer, außen kür­zer als sein Vor­gän­ger und hat nun fünf Türen. Der Motor und der Antrieb sind nach hin­ten gewan­dert.

Kaum ein anderer Wagen fährt so enge Kreise um seine Konkurrenz wie der Renault Twingo. Er hat nämlich einen Wendekreis von 8,6 Metern. Weil zwischen den Vorderrädern kein Motor ist, lassen sie sich weiter einschlagen.

Der Motor wan­der­te gemein­sam mit dem Antrieb nach hin­ten. Genau, beim Smart ist das auch so. Es ist kein Geheim­nis mehr, dass der neue Twin­go und der neue Smart in Alli­anz von Renault und Mer­ce­des-Benz ent­wi­ckelt wur­den und folg­lich auf der glei­chen Platt­form ste­hen.

Angenehme Rundumsicht

Der Motor im Heck und der Antrieb auf die Hin­ter­ach­se haben aber wei­te­re Vor­tei­le als nur einen klei­nen Wen­de­kreis. Der Twin­go lässt sich ange­nehm agil fah­ren, und Antriebs­ein­flüs­se in der Len­kung gibt es ein­fach nicht mehr.

Um das Fahr­ge­fühl noch ange­neh­mer zu machen, hat der Twin­go einen lan­gen Rad­stand. Dabei ist der Wagen um zehn Zen­ti­me­ter kür­zer als sein Vor­gän­ger. Das heißt, die Über­hän­ge wur­den extrem kurz. Zusam­men mit der recht hohen Sitz­po­si­ti­on hat man dadurch eine über­ra­schend ange­neh­me Rund­um­sicht.

Der Heck­mo­tor hat aber auch einen Nach­teil. Der Kof­fer­raum wur­de dadurch klei­ner. Das merzt Renault dadurch aus, dass sie eine maxi­ma­le Lade­län­ge von 2,3 Metern — mit umge­leg­tem Bei­fah­rer­sitz — rea­li­siert haben. Obwohl der Twin­go außen kür­zer wur­de, bie­tet er innen um 22 Zen­ti­me­ter mehr Län­ge.

Platz für Krimskrams

Schon allein des­we­gen wirkt der Twin­go innen geräu­mi­ger als sein Vor­gän­ger. Dabei hel­fen auch die pfif­fi­gen Lösun­gen der Abla­ge­flä­chen und Stau­räu­me. Krims­krams muss so nicht im Kof­fer­raum her­um­flie­gen, son­dern fin­det dort Platz, wo er am wenigs­ten im Weg ist.

Prak­ti­scher als sein Vor­gän­ger ist der Twin­go aber allein schon wegen der Türen für die hin­te­re Sitz­rei­he. Die Tür­grif­fe sind hin­ter den Fens­tern in der C-Säu­le unter­ge­bracht, wes­halb der Wagen auf den ers­ten Blick immer noch wie ein Drei­tü­rer aus­sieht.

Nach­ge­bes­sert hat Renault auch bei dem Kri­tik­punkt schlecht­hin. Die elek­tro­ni­sche Sta­bi­li­täts­kon­trol­le ist jetzt seri­en­mä­ßig ver­baut. Dafür lässt sie sich nicht abschal­ten. Sicher ist sicher.

Innovatives Infotainment

Zur Aus­wahl ste­hen zwei Drei-Zylin­der-Ben­zin­mo­to­ren, ein 70 PS star­ker Sau­ger mit einem Liter und ein 90 PS star­ker Tur­bo mit 898 Kubik­zen­ti­me­ter Hub­raum. Ein kna­cki­ges Auto­ma­tik­ge­trie­be sucht man lei­der ver­ge­bens — den Twin­go gibt es nur mit Fünf-Gang-Hand­schal­tung.

Beson­ders inno­va­tiv ist Renault dafür wie­der ein­mal beim Info­tain­ment. Neben dem bekann­ten Sys­tem R-Link gibt es im Twin­go auch die Mög­lich­keit, das Smart­pho­ne als Bord­com­pu­ter zu nut­zen. R & Go heißt das dann. Erst ein­mal mit dem Wagen ver­knüpft, wird es zum Navi­ga­ti­ons­ge­rät, Dreh­zahl­mes­ser oder zum Ein­flüs­te­rer für ver­brauchs­op­ti­mier­tes Fah­ren.

Bei Letz­te­rem hilft auch der Eco-Mode. Rund zehn Pro­zent weni­ger Ver­brauch ver­spricht Renault damit.


Die­ser Arti­kel erschien am 05. Sep­tem­ber 2014 in der Tages­zei­tung der Stan­dard und am 04. Sep­tem­ber 2014 auf derStandard.at/Automobil.


Fotos: Renault