Comeback des Italowesterns

Ein kom­pak­ter SUV, der mit einem gro­ßen Namen Erin­ne­run­gen weckt.

Joe Brown, so hieß das Pferd. Haben wir auch nachschauen müssen, weil wir es vergessen haben. Aber sonst war das Bild komplett: Terence Hill und der Jeep CJ-7 Renegade als kurzweilige und anspruchslose italienisch-amerikanische Kombination im 80er-Jahre-Italowestern “Renegade”.

Genau das ist es, wor­an wir den­ken, wenn wir Rene­ga­de hören. Aben­teu­er, Lei­den­schaft, Frei­heit, stahl­blaue Augen, fre­che Sprü­che — auch aus dem End­topf. Die­sem Anspruch wird der Jeep Rene­ga­de nicht gerecht. Als ers­tes Modell der US-Ita­lo-Koope­ra­ti­on im Fiat-Chrys­ler-Kon­zern ver­liert der Rene­ga­de vie­le von sei­nen ame­ri­ka­ni­schen Genen.

Das ist aber ganz gut so. Denn statt gna­den­los Sprit zu ver­bren­nen, als wür­de er nichts kos­ten, kom­men im Rene­ga­de aktu­el­le Fiat-Moto­ren zum Ein­satz. Das schluck­freu­digs­te Aggre­gat kommt laut Norm­ver­brauch mit weni­ger als sie­ben Liter aus. Das hat Terence Hill damals schon allein zum Star­ten des Jeeps gebraucht.

Sogar der Run­ning Gag des Films ist jetzt sprit­spa­ren­de Rea­li­tät. Wir erin­nern uns dar­an, wie Luke Man­tee, der von Hill gespielt wur­de, sei­nen Rene­ga­de abstellt, um die bösen Buben glau­ben zu machen, sein Auto sei kaputt und sie könn­ten Herrn Man­tee die gerech­te Stra­fe in den Pelz prü­geln.

Wir erin­nern uns dar­an bei jeder roten Ampel, wenn die Start-Stopp-Auto­ma­tik den Jeep abstellt. Wer­fen einen Blick in den Rück­spie­gel und schau­en, ob die Gano­ven schon auf­schlie­ßen, um uns den Hin­tern zu ver­soh­len.

Doch im Rück­spie­gel ist nie­mand zu sehen. Denn auch wenn der Rene­ga­de für einen Jeep recht put­zig und süß ist — auf der glei­chen Basis wird ja der Fiat-500-SUV kom­men -, mag die Kon­kur­renz nicht wirk­lich zu ihm auf­schlie­ßen. Zumin­dest nicht, was sei­ne Stär­ken im Gelän­de angeht.

Dort, wo Nis­san Juke und Ford Eco­sport auf­ge­ben, legt der Rene­ga­de als Tri­al­hawk mit Unter­set­zung und 4WD-Lock erst rich­tig los. So viel Jeep steckt dann schon noch drin, dass wir uns kurz wie Terence Hill füh­len dür­fen.


Die­ser Arti­kel erschien am 19. Sep­tem­ber 2014 in der Tages­zei­tung der Stan­dard und am 24. Sep­tem­ber 2014 auf derStandard.at/Automobil.


Fotos: Jeep