Ohne B-Säule im B-Segment

Obwohl er kei­ne B-Säu­le mehr hat, heißt er B-Max, Fords Raum­wun­der. Des­sen Schie­be­tü­ren freu­en nicht zuletzt das Nach­bar­au­to.

Das Thermometer kommt nicht richtig in die Höhe, und auch das Wasser ist heute ungewöhnlich steif. Kurzum, es friert. Und der Ford B-Max spürt das auch. Gleich nach dem Starten nagelt er unmutig mit seinem 1,6-Liter-Turbodiesel, als wollte er an den ersten Diesel-Golf erinnern.
Nur 408 Zentimeter ist er lang, der Ford B-Max, und trotzdem eilt ihm der Ruf des Raumwunders voraus.

Nach weni­gen Metern hat er sich aber gefan­gen, aus den Lüf­tungs­schlit­zen strömt war­me Luft, und die Welt ist wie­der in Ord­nung. Na ja, fast. Wären da nicht noch Res­te von Schmier­mit­teln auf den Fin­gern.

Wer läs­sig die Fah­rer­tür am hin­te­ren obe­ren Rand bedient, greift auf den Schließ­bü­gel der Tür, und damit ins Fett­nap­ferl. Aber das macht man eh nur ein­mal.

Das liegt vielleicht am maximalen Kofferraumvolumen von 1386 Liter – oder aber an den Schiebetüren.

Die Tür hat ihre Ver­rie­ge­lung des­halb an einer an sich unge­wöhn­li­chen Stel­le, weil dem Ford B-Max die B-Säu­le fehlt. Und das ist kein Makel, son­dern ein gro­ßer Bonus: Dadurch kann man bes­ser in die hin­te­re Sitz­rei­he ein­stei­gen, meint Ford, bes­ser den Kin­der­sitz schlie­ßen, so in der Art.

Ja, gut, das stimmt schon. Aber nur bedingt. Denn dort, wo für gewöhn­lich die B-Säu­le in den Innen­raum über­geht, macht sich auch schon die Leh­ne des Fah­rer­sit­zes breit. Man gewinnt also in der Regel nur ein paar Zen­ti­me­ter.

Temperatur: -7 Grad Celius. Gleich nach dem Starten nagelt der 1,6 Liter Turbodiesel unmutig, aber nach wenigen Metern hat er sich gefangen, und aus den Lüftungsschlitzen strömt warme Luft.

Außer man macht den Mini-Van auf der Basis des Fies­ta zum Last­wa­gen. Legt man die hin­te­ren Sit­ze und jenen des Bei­fah­rers um, kann man bis zu 2,35 Meter lan­ge Gegen­stän­de im B-Max ver­stau­en. Und dann schlich­tet es sich, ohne dass man unge­lenk um die B-Säu­le tän­zeln muss, deut­lich ein­fa­cher.

Per­ma­nent toll sind die Schie­be­tü­ren hin­ten. Die drischt man halt nicht so leicht ins Nach­bar­fahr­zeug — egal, ob man nun am Park­platz des Möbel­dis­kon­ters steht oder die Kin­der ein­fach wie­der ein wenig unacht­sam sind.

Ab einer Überweisung von 21.750 Euro kann man mit dem 95 PS starken TDCI zum Einkaufen fahren.

Inzwi­schen hat es zu schnei­en begon­nen. So rich­tig zu schnei­en. Der Schnee türmt sich, die ande­ren Ver­kehrs­teil­neh­mer zei­gen Respekt vor den wei­ßen, rut­schi­gen Stra­ßen und schlei­chen mit weit auf­ge­ris­se­nen Augen über die Auto­bahn.

Der B-Max pflügt regel­recht. Er liegt auf der Stra­ße, als wäre es ein herr­li­cher Früh­lings­tag. Das Fahr­werk ist eine Freu­de, die Len­kung für einen Mini-Van immer noch kna­ckig. Ste­cken­blei­ben kann man mit dem B-Max nicht ein­mal mit Gewalt, das beweist er beim Foto­shoo­ting. Fazit: Er fährt sich fan­tas­tisch — auch ohne B-Säu­le.


Die­ser Arti­kel erschien in der Tages­zei­tung der Stan­dard und am 19. Febru­ar 2013 auf derStandard.at/Automobil.