Erdgas macht auch Spaß

Trotz sei­ner schlan­ken 80 PS und sei­ner mil­den Beschleu­ni­gung zau­bert einem der Erd­gas-Pan­da mit dem ker­ni­gen Zwei-Zylin­der dau­ernd ein Lächeln ins Gesicht.

Unlängst waren wir auf eigene Faust unten. Im Land der Motoren. Autojournalisten sind halt nicht sehr findig bei der Urlaubsplanung. Jedenfalls: Wir haben uns zwischen Maranello und Sant’Agata Bolognese einen Spaß draus gemacht, auf einen Panda zu zeigen, wenn jemand Maserati, Ferrari oder Stanguellini sagte. Für einen Lambordschini waren zwei Pandas fällig.
In der Ausstattung Trekking schaut der Panda wie ein Naturbursch aus.

Aber wir hiel­ten nicht lan­ge durch. Das Feh­len jeg­li­cher Art von Her­aus­for­de­rung bei dem Spiel ver­ant­wor­te­te des­sen Ende. Weil: Pan­das sieht man dort, wo die edels­ten Sport­wa­gen ent­ste­hen, aus jedem Bau­jahr, jedem Zustand, jeder Ver­si­on.

Na gut, nicht auf den Mit­ar­bei­ter­park­plät­zen vor der Lam­bo- oder Duca­ti-Fabrik, da ste­hen nur Audis. Aber sonst halt.

Sehr erfrischend ist das Innendesign mit seinen runden Ecken oder eckigen Runden...

Der beste Fiat ist…

Der Pan­da ist aber auch mit Abstand das bes­te Auto, das die Turi­ner bis heu­te gebaut haben. Als All­rad ist er nur ver­lo­ren, wenn das Loch, in dem er steckt, grö­ßer ist als er selbst. Er ist ein wenig qua­dra­tisch, prak­tisch, kom­pakt, güns­tig und hart im Neh­men. Und es macht Spaß, ihn zu fah­ren.

Auf­fäl­lig in Ita­li­en ist, dass beson­ders vie­le „Natu­ral Power”-Logos auf den Pan­das zu sehen sind. Bei den Sprit­prei­sen kein Wun­der und das Gas­netz ist bes­ser aus­ge­baut als hier­zu­lan­de.

Sehr erfrischend ist das Innendesign mit seinen runden Ecken oder eckigen Runden...

Trekking mit dem CNG-Twinair

Wir baten Fiat um einen Test­wa­gen und beka­men einen Trek­king. Das ist die Wie­ner­wald-Ver­si­on – oder Urban-SUV, wie Fiat sagt – des Pan­da.
Als Erd­gas­mo­tor dient der Twin-Air-Tur­bo, der sich mun­ter einen run­ter­schep­pert. Der Motor mach­te wegen sei­nes Dreh­mo­ments als rei­ner Ben­zi­ner schon Spaß, hat­te aber den Nach­teil, dass er durs­tig wird, wenn man ihn tritt. Und das tut man.

Als Erd­gas­au­to behan­delt man ihn sanf­ter. Man weiß ja, dass man grad öko­lo­gisch sinn­vol­ler unter­wegs ist. Das moti­viert.

Wo ist die Tanke?

Die nächs­te Tank­stel­le soll­te man trotz­dem im Auge behal­ten, nicht wegen zu gerin­ger Reich­wei­te – not­falls zapft der Motor den Ben­zin­tank an –, son­dern weil die Erd­gas­zapf­säu­len außer­halb Wiens noch sel­ten sind.


Die­ser Arti­kel erschien am 25. Okto­ber 2013 in der Tages­zei­tung der Stan­dard und am 25. Okto­ber 2013 auf derStandard.at/Automobil.


Fotos: Gui­do Glu­schitsch