E-Roller-Studie von KTM

KTM zeigt auf der Tokyo Motor­cy­cle Show, wie man sich in Mat­tig­ho­fen die urba­ne Mobi­li­tät vor­stellt. Ob sie den Rol­ler bald auf die Räder krie­gen, wird abzu­war­ten sein.

Piaggio zeigt mit Vespa, wie man heute richtig erfolgreich Motorräder baut. Das hat auch BMW verstanden und kurzerhand einen unglaublich guten Großraum-Scooter auf die Räder gestellt. Nun spielt auch schon KTM mit der Idee, einen Roller zu bauen. Doch nicht mit einem konventionellen Antrieb; der E-Speed, eine Studie, die KTM dieser Tage bei der Tokyo Motorshow präsentiert, wird elektrisch angetrieben.
Der Elektro-Roller, eine Studie, die KTM dieser Tage bei der Tokyo Motorshow präsentiert, heißt nicht nur E-Speed, er soll auch bis zu 85 km/h schnell fahren.

Bis zu 85 km/h ist die Stu­die schnell, hat eine Per­man­ent­leis­tung von 11 kW, in Schil­ling umge­rech­net sind das etwas mehr als 14 PS und ein maxi­ma­les Dreh­mo­ment von 36 New­ton­me­ter. Als Ener­gie­spei­cher dient eine Lithi­um-Ionen-Bat­te­rie mit einer Kapa­zi­tät von 4,36 kWh. In zwei Stun­den soll der Akku voll gela­den sein. Eine Reich­wei­te gibt KTM der­zeit noch nicht an.

Der E-Speed hat eine Permanentleistung von 11 kW, in Schilling umgerechnet sind das etwas mehr als 14 PS und ein maximales Drehmoment von 36 Newtonmeter.

Die Freeride E als Roller

Das Antriebs­kon­zept ken­nen wir bereits von der Freer­i­de E, ein Endu­ro-Motor­rad, von dem uns KTM seit Jah­ren hoch und hei­lig ver­spricht, dass es bald kommt. Außer einem Pro­to­ty­pen haben wir aber lei­der noch nichts gese­hen. Sie soll mör­de­risch zu fah­ren sein – haben wir gehört. Aber noch war­ten wir sehn­süch­tig.

War­um kommt die Freer­i­de nicht? KTM weiß, wie man Off­road-Motor­rä­der baut und hat eine Freer­i­de mit Ben­zin­mo­tor auch schon län­ger im Pro­dukt­ka­ta­log. Liegt es also am Elek­tro­n­an­trieb, dass der Launch der Freer­i­de immer wie­der ver­scho­ben wird?

KTM uns Kiska – seit Jahren ein eingeschworenes, äußerst erfolgreiches Team.

Fragen über Fragen

Die Zuver­sicht von KTM, das Kon­zept doch noch umset­zen zu kön­nen, dürf­te nicht gespielt sein. Denn war­um sonst soll­te man Kis­ka damit beauf­tra­gen, einen Rol­ler zu zeich­nen? Dass wir den E-Speed zuerst mit einem 125er-Motor auf der Stra­ße sehen, ist unwahr­schein­lich. Außer­dem ver­spre­chen die Mat­tig­ho­fe­ner, die Freer­i­de E sei seri­en­reif. Aber ver­dammt? War­um kommt sie dann nicht? Fürch­tet man, sie nicht ver­kau­fen zu kön­nen, weil es kei­ne Kun­den dafür gibt? Das ist sehr unwahr­schein­lich. Zum einen war­ten gan­ze Endu­ro­parks auf die oran­gen E-Crosser, zum zwei­ten wäre, als Kon­se­quenz  die­ser Befürch­tung, einen E-Scoo­ter zu ent­wi­ckeln blan­ker Unsinn.

Die Ent­wick­lung des Scoo­ter scheint auch schon sehr weit zu sein. Immer­hin hat sich KTM zu einem Rie­men­an­trieb ent­schlos­sen, gro­ßen Rädern und einer Ein­arm-Auf­hän­gung vor­ne wie hin­ten. Das Rück­grat ist KTM-typisch ein Git­ter­rohr-Rah­men, die Feder­ele­men­te sind von WP. KTM steht der Sinn klar nach Sport­lich­keit. Prak­tisch ist der E-Speed näm­lich in dem Auf­bau nicht. Stau­raum dürf­te so gut wie kei­ner vor­han­den sein, und nicht ein­mal der Durch­stieg ist eben. Aber da könn­te sich natür­lich, bis der Rol­ler viel­leicht doch ein­mal in Serie geht, alles ändern.

Riemenantrieb, große Räder, Einarm-Aufhängung vorne wie hinten. Gitterrohr-Rahmen, Federelemente von WP. KTM steht der Sinn klar nach Sportlichkeit.

Pie­rer über Elek­tro­mo­bi­li­tät
KTM-CEO Ste­fan Pie­rer ist von der E-Mobi­li­tät als Ergän­zung zum kon­ven­tio­nel­len Antrieb über­zeugt: „Auf kur­zen Stre­cken wird sich der Elek­tro­an­trieb lang­fris­tig durch­set­zen – vor allem in Berei­chen, die unter Umwelt­as­pek­ten beson­ders sen­si­bel sind, wie in der Natur und in Bal­lungs­ge­bie­ten.“ Pie­rer hofft, dass durch den emis­si­ons­frei­en Antrieb die Akzep­tanz von Zwei­rä­dern in der Bevöl­ke­rung steigt.

Wir war­ten, Herr Pie­rer, und tre­ten ger­ne an, die Akzep­tanz zu stei­gern. Wir brau­chen dazu nur noch die E-Motor­rä­der von KTM.


Die­ser Arti­kel erschien am 25. März 2013 auf derStandard.at/Motorrad.


Fotos: KTM