Comeback der Halbliter-Klasse

Die Füh­rer­schein­klas­se A2 tritt in Kraft, mit der man Motor­rä­der bis zu 48 PS fah­ren darf. Grund genug für Hon­da, den hal­ben Liter zu befeu­ern.

Mit den neuen 500er-Modellen winkt Honda eindeutig in Richtung der ersten Führerscheinbesitzer des A2-Zettels. Mit 17 12 Jahren darf man die Ausbildung dazu beginnen, ab 18 Jahren dann, nach bestandener Prüfung Motorräder mit bis zu 48 PS fahren. Und genau so viele Pferde haben die Honda CB500F, CB500X und CBR500R.

Kein Wun­der also, dass alle drei Motor­rä­der den glei­chen Rah­men und den glei­chen Motor haben. Nur im End­aus­bau unter­schei­den sie sich. Die CB500F ist nackt und erin­nert an die CB1000R, die CB500X ist endu­rig nach dem Vor­bild der Cross­tou­rer, die CBR500R super­sport­lich und spielt mit dem Sty­ling der CBR1000RR Fireb­la­de.

Einfach durchdacht

Schon auf den ers­ten Blick ist klar, dass Hon­da ein güns­ti­ges Motor­rad bau­en woll­te. Geld wächst bei der ange­peil­ten Käu­fer­schicht nicht auf den Bäu­men. Deut­lich sieht man das an der ein­fa­chen Kas­ten­schwin­ge, dem lieb­lo­sen Aus­puff und der Ein­schei­ben-Brem­se vor­ne. Weil die Hon­das aber in Sachen Motor­rad die japa­ni­schen Vol­vos sind, haben alle Motor­rä­der selbst­re­dend ein ABS ver­baut, das vor­ne über eine Zwei­kol­ben-, hin­ten über eine Ein­kol­ben-Brems­zan­ge arbei­tet.

Der Motor ist ein 471 Kubik­zen­ti­me­ter gro­ßer Zwei­zy­lin­der, der sein Leis­tungs­ma­xi­mum bei 8500 Umdre­hun­gen erreicht. Etwas frü­her, bei 7000 Umdre­hun­gen, liegt das maxi­ma­le Dreh­mo­ment von 43 New­ton­me­ter an.

Also bru­ta­le Kraft­lackl sind die neu­en 500er nicht, wenn man aber gera­de erst von der U-Bahn oder vom Puch Maxi auf eine die­ser Maschi­nen steigt, kann einem schon pas­sie­ren, dass das Her­zerl ein paar Extra­pum­pe­rer pro Sekun­de ein­legt.

Universalbereifung

Mit rund vier Litern Sprit sol­len die­se Radeln 100 Kilo­me­ter weit kom­men. Eine wei­te­re Ansa­ge von Hon­da an das gequäl­te Geld­bör­sel noto­ri­scher Nacht­men­schen. Zudem sind 160er-Hin­ter­rei­fen güns­ti­ger als 190er-Wal­zen — ganz zu schwie­gen davon, dass sich mit ihnen ein Motor­rad leich­ter durch die Kur­ven schie­ßen lässt.

Ja, auch die Rei­fen sind an allen drei Motor­rä­dern gleich. Das heißt, dass die Endu­ro CB500X nicht wirk­lich fürs Gelän­de geschaf­fen ist, die CBR500R nicht für die Renn­stre­cke. Die X hat aber das Zeug für die lan­ge Tour und die R schaut scharf genug aus, dass man von vor­ne zwei Mal schau­en wird müs­sen, um sie von der 1000er unter­schei­den zu kön­nen.

Es knallt auf der Hondabudel

In Punc­to Sty­ling hat Hon­da bei allen Motor­rä­dern gan­ze Arbeit geleis­tet. Gut, Details, wie zuvor bespro­chen, fal­len beim genau­en Hin­schau­en auf, aber die Mas­ken sind scharf wie Chi­li­scho­ten.

Da wer­den nicht nur Ein­stei­ger eine Freud haben, son­dern auch der eine oder ande­re Down­si­zer — der sei­ner­zeit selbst auf einer Hon­da CB500 geses­sen ist — wird dabei gla­si­ge Augen bekom­men und sein Bares auf die Honda­bu­del knal­len.

Faire Preise

Wie viel Geld das genau sein wird, wis­sen wir noch nicht. In weni­gen Wochen wird Hon­da die Prei­se für die drei Motor­rä­der aus­ru­fen. Aber wir dür­fen von einem mehr als fai­ren Preis für die unter 200 Kilo­gramm schwe­ren CBs aus­ge­hen.

 


Die­ser Arti­kel erschien am 24. Dezem­ber 2012 auf derStandard.at/Motorrad.


Fotos: Honda