Eher eine Gämse als ein Panther

Der All­rad-Pan­da ist der ein­zi­ge 4×4 im A-Seg­ment. Jetzt bringt Fiat die drit­te Gene­ra­ti­on — und eine Son­der­edi­ti­on “Steyr”.

Ein wirklich kompakter Allradler, das ist doch das, wovon viele Österreicher träumen. Die Berge, auf die im Sommer nur Schotterwege führen und die im Winter auch noch im Schnee versinken, müssen der Grund sein, warum beinah jeder dritte Panda, der hierzulande verkauft wurde, ein Allrad ist.

Jetzt bringt Fiat auch die drit­te Gene­ra­ti­on des Pan­da auf alle vie­re. Er ist wei­ter­hin der ein­zi­ge 4×4 im A-Seg­ment und die Lösung für jedes SUV-Pro­blem. Er braucht im Bal­lungs­zen­trum wenig Platz, hat trotz­dem die vol­le Trak­ti­on, wenn es ein­mal im Jahr dar­auf ankommt, und ist mit sei­nen klei­nen Moto­ren auch noch spar­sam.

Nun ja, den Die­sel kann man in der Tat mit weni­ger als fünf Litern auf 100 Kilo­me­ter betrei­ben, wenn man Bach­blü­ten früh­stückt. Wer aber dem TwinAir ordent­lich die Spo­ren gibt, der schafft auch beacht­li­che Ver­brauchs­wer­te.

Trotz­dem ist der klei­ne Ben­zi­ner der weit­aus bes­se­re Antrieb. Damit wirkt der All­rad-Pan­da agi­ler, ist sprint­freu­di­ger, und wenn man sich im Zaum hält, dann bleibt auch der Ver­brauch okay. Man muss halt die sechs Gän­ge — der Die­sel kommt mit fünf aus — recht­zei­tig sor­tie­ren und darf nicht jeden Gang aus­dre­hen, auch wenn das Spaß macht. Zusätz­lich spart die Stopp-Start-Auto­ma­tik.

Gut, auch mit dem Zwei­zy­lin­der wird aus dem Pan­da kein Pan­ther, aber das will er auch nicht sein. Sei­ne Stär­ken lie­gen dar­in, auch arg wil­de Schot­ter­we­ge — mit bis zu 75 Pro­zent Stei­gung — zu meis­tern, dabei recht viel Gepäck zu schlu­cken, für fünf Per­so­nen die Gon­del zu spie­len und dabei eben­so vie­le Türen zu haben.

Neu am Pan­da 4×4 ist, dass der per­ma­nen­te All­rad­an­trieb nun ein elek­tro­ni­sches Sperr­dif­fe­ren­zi­al mit Lamel­len­kupp­lung hat. Gleich­zei­tig ist die Boden­frei­heit im Ver­gleich zum Vor­gän­ger um 47 Mil­li­me­ter gewach­sen.

Auf heim­li­che Trak­to­ris­ten war­tet übri­gens in Öster­reich die Son­der­edi­ti­on “4×4 Steyr”, und zwar kon­se­quen­ter­wei­se aus­schließ­lich mit dem 75-PS-Tur­bo­die­sel. Steyr-Logo als auch Far­be sind als Ver­nei­gung vor der stol­zen Trak­to­ren­mar­ke zu ver­ste­hen. Inklu­diert ist im Preis von 16.490 Euro qua­si alles, was die Extras­lis­te zu bie­ten hat. Zusätz­lich gibt’s sogar ein Bob­by Car.

Aber auch beim nor­ma­len 4×4 sind bei der Aus­stat­tung kaum noch Wün­sche offen. Bis auf die längs ver­schieb­ba­re Rück­sitz­bank und das Blue­tooth-Radio mit Navi­ga­ti­ons­sys­tem ist alles im Wagen.


Die­ser Arti­kel erschien in der Tages­zei­tung der­Stan­dard und am 23. Okto­ber 2012 auf derStandard.at/Automobil.


Fotos: Fiat