Die Premieren-Tour

Der Mer­ce­des SLS AMG und der Che­v­ro­let Spark neben­ein­an­der
im Schein­wer­fer­licht. Das gibt es nur beim Rund­gang durch die
Öster­reich-Pre­mie­ren auf der Vien­na Auto­show.

Wenn man über den großen Eingang der Halle D zur Vienna Autoshow kommt, dann steht gleich links wohl die wichtigste Österreich-Premiere der ganzen Messe: der Audi A8. Er feiert gleichzeitig sein Europa-Debut. Wurde er doch erst vor wenigen Wochen mit viel Pomp und Trara in Miami der Welt vorgestellt. Den A8 gibt es mit zwei Motorvarianten: als 372 PS und 445 Newtonmeter starken 4,2 FSI mit V-8-Motor, oder als 4,2 Liter V-8-TDI mit 350 PS und 800 Newtonmeter. Allrad und Tiptronic sind im 1800 Kilogramm schweren Benziner und fast zwei Tonnen wiegenden Diesel serienmäßig. Mindestens 102.500 Euro legt man für den komfortablen Ingolstädter auf den Tisch.

Gleich einen Mes­se­stand wei­ter war­tet die nächs­te Pre­mie­re in einem kom­plett ande­ren Seg­ment. Der KIA Ven­ga ist ein fre­cher Mini­van mit einer Gesamt­län­ge von 4,07 Meter und einer Höhe von 1,6 Meter. Der Ven­ga sorgt für ordent­lich Stau­raum im Schau­raum: 440 Liter fasst der KIA mit auf­rech­ter Sitz­bank und geschlos­se­ner Heck­klap­pe. 570 Liter sind es, wenn man das Stau­fach im Gepäck­raum­bo­den mit­rech­net. Und macht man einen auf Gepäck­raum-Cow­boy und legt die Rück­sit­ze um, getrennt natür­lich, ent­steht eine Lade­flä­che mit ebe­nem Boden, die dann 1253 Liter fasst. Den neu­en KIA gibt es von 75 bis 115 PS. Inzwi­schen steht auch der Preis fest: 15.990 Euro kos­tet der Ven­ga Cool mit dem 1,4 Liter Ben­zi­ner samt Start-Stopp-Auto­ma­tik ISG.

Ein Stern, der deinen Namen trägt

Deut­lich weni­ger Gepäck­raum, aber ver­mut­lich in Rela­ti­on dazu mehr Zuschau­er, hat der Mer­ce­des SLS AMG, zwei Mes­se­stän­de wei­ter. Der Stern mit sei­nen 571 PS wird ein Besu­cher­ma­gnet sein, auch wenn sich das in sei­nen Absatz­zah­len nicht wider­spie­geln wird. Bei den Ver­kaufs­zah­len wird der SLS schwer Abst­in­ken gegen die Öster­reich-Pre­mie­re von Che­v­ro­let, womit wir bereits in Hal­le C sind. Die ehe­ma­li­gen Dae­woos brin­gen mit dem Spark den Nach­fol­ger des Matiz. Um unter 9000 Euro kann man den Klein­wa­gen erste­hen, an dem DER STAN­DARD-Chef­tes­ter Andre­as Stockin­ger die Ver­brauchs­wer­te lob­te, dafür aber den Moto­ren wenig Tem­pe­ra­ment attes­tier­te und die hake­li­ge Schal­tung, das Fahr­werk wie den win­zi­gen Kof­fer­raum als Schwach­stel­len anführ­te.

Der Boxer mit Aufladung

Bis zu 1726 Liter pas­sen in den Kof­fer­raum des neu­en Sub­aru Lega­cy Tou­ring Wagon, 486 Liter sind es bei der Limou­si­ne. Doch dafür wird der neue Lega­cy aber wohl nicht berühmt wer­den. Hat Sub­aru ja den welt­weit ein­zi­gen 4-Zylin­der-Boxer-Tur­bo­die­sel und ver­spricht einen „sei­den­wei­chen Lauf, weil sich durch die Zylin­der­an­ord­nung die stö­ren­den Mas­sen­kräf­te gegen­sei­tig auf­he­ben.“ Der Lega­cy wird ver­mut­lich auch in der fünf­ten Gene­ra­ti­on das meist­ver­kauf­te Sub­aru-Modell wer­den. Den 150 PS star­ken Die­sel gibt es im Tou­ring Wagon mit sym­me­tri­cal AWD ab 35.990 Euro.

Der Peugeot aus Graz

Gegen­über des Sub­aru-Stan­des war­tet ein Gra­zer Fran­zo­se auf die Mes­se­be­su­cher. Der auf der Platt­form des Peu­geot 308 basie­ren­de RCZ wird bei Magna-Steyr in Graz zusam­men­ge­schraubt. Eye­cat­cher des Sport­lers ist das dop­pelt gewölb­te Dach. Die Moto­ren­pa­let­te umfasst drei Aggre­ga­te: einen auf­ge­la­de­nen 1,6 Liter Ben­zi­ner mit 160 PS, einen mit Twin-Scroll-Tur­bo­auf­la­dung und 200 PS, sowie einen 2 Liter HDI mit 160 PS.

DS und doch keine Göttin

Neben Peu­geot steht PSA-Bru­der Citro­ën, und auch dort gibt es Öster­reich-Pre­mie­ren: den C3 und DS3. Der DS bie­tet aus­ge­fal­le­nes Design wie die Hai­fisch-Flos­se statt einer nor­ma­len B-Säu­le und so ein schein­bar schwe­ben­des Dach. Eine neue „Göt­tin“ ist der DS3 aber wohl nicht. Bei der Markt­ein­füh­rung wer­den fünf Moto­ren ange­bo­ten: drei Ben­zi­ner mit 95, 120 oder 150 PS und zwei Die­sel mit 90 und 110 PS. Gemein­sam mit dem DS3 steht auch der C3 zum ers­ten Mal in Öster­reich aus. Auf­fäl­lig ist dabei die weit ins Dach gezo­ge­ne Zenith-Front­schei­be, die als Son­der­aus­stat­tung erhält­lich ist. Zudem ist die Moto­ren­pa­let­te beim C3 brei­ter: Ihn gibt es mit drei Die­sel­mo­to­ren von 70 bis 110 PS und mit vier Ben­zin­mo­to­ren von 60 bis 120 PS.

Der europäische Koreaner

Nach einer 180-Grad-Dre­hung steht man auch schon vor der nächs­ten Öster­reich-Pre­mie­re: Bei Hyun­dai steht der ix35, der Tuc­son-Nach­fol­ger. Das Design des SUV stammt aus dem euro­päi­schen Design­zen­trum in Rüs­sels­heim. Neben einer sport­li­chen Linie leg­ten die Korea­ner auch Wert auf das Innen­raum­an­ge­bot und auf spar­sa­me Moto­ren. Der nun 4,41 Meter lan­ge ix35 fasst zwi­schen 591 und 1436 Liter und kommt mit einem 2 Liter Ben­zi­ner (163 PS), der in der 2WD-Ver­si­on 7,4 Liter braucht, sowie zwei 2 Liter Die­seln (136 und 184 PS), die als 2WD unter 6 Liter brau­chen wer­den.

Für die klassisch denkende Familie

Den Abschluss unse­rer Pre­mie­ren-Wan­de­rung gibt es, wie könn­te es anders sein, gleich am Mes­se­stand dane­ben. Renault prä­sen­tiert mit dem Flu­ence eine Mit­tel­klas­se-Limou­si­ne, „die sich an klas­sisch den­ken­de Fami­li­en rich­tet“, defi­niert Renault die Ziel­grup­pe. 530 Liter Kof­fer­raum­vo­lu­men bei einer Fahr­zeug­län­ge von 4,62 Meter und der Sicher­heits-Ruf, den sich Renault mit Best­no­ten bei den NCAP-Crash­tests erwor­ben hat, sol­len die Käu­fer­scha­ren anlo­cken.

Italienische Alternative

Sie den­ken in der Fami­lie nicht klas­sisch? Na gut, einen haben wir noch. Schie­len Sie vom Renault-Stand in die Rich­tung, aus der Sie die Hal­le betre­ten haben. Sie sehen nichts? Dann stel­len Sie sich auf die Zehen­spit­zen. Recken Sie den Hals. Ordent­lich. Es lohnt sich. Ah, sehen Sie? Sag­te ich es doch: Der Mase­ra­ti Quat­tro­por­te GT S. 440 PS aus einem 4,7 Liter V8. Ein endor­phin­aus­schüt­ten­des Grol­len drängt aus den Aus­puff­roh­ren, wenn Sie auf die „Sport“-Taste drü­cken. Und fas­sen Sie sich ein Herz: Fra­gen Sie ruhig vor Ort nach dem Kof­fer­raum­vo­lu­men.

Foto: Mase­ra­ti, Peu­geot


Der Arti­kel erschien auf derStandard.at.